Rundschreiben

RUNDSCHREIBEN NR. 2 (2014)


Rundschreiben (Veranstaltungen, Ausblick) [2.601 KB]

RUNDSCHREIBEN NR. 1 (2014)


Organisatorisches

Ende Juli 2013 trat OStD a.D. Willi Eisele, der die Arbeit der Landesfachgruppe jahrzehntelang maßgeblich geprägt hat, nicht wieder als Landesvorsitzender an und machte den Weg frei für einen neuen Landesvorstand (siehe dazu Artikel im GiB 10/2013). Im Mitgliederbrief 11/2013 wurde der neue Vorstand vorgestellt. Durch den neuen Vorstand sind wir inhaltlich (Gymnasium, FOS/BOS, Seminar-Lehrer Geschichte und Sozialkunde, Archäologie usw.) und regional (zwischen Bamberg und München) gut aufgestellt. Erste Früchte unserer Bemühungen, auf die ich im Folgenden eingehen möchte, haben Sie vielleicht schon zur Kenntnis genommen.

Tagungen und Fortbildungsangebote

Die Arbeit in den Bezirken wurde nahtlos fortgeführt.

So war es auch im vergangenen Herbst möglich, wieder zahlreiche Kontaktstudien zu veranstalten und/oder finanziell oder personell zu unterstützen. Zu nennen wären hier das Münchner Kontaktstudium, das Regensburger Kontaktstudium sowie das Erlanger Kontaktstudium. In Würzburg fand die „Der 17. Juni 1953 als Teil der Erinnerungskultur unserer Gesellschaft“ durch den “Verein Aufarbeitung der Geschichte der DDR” mit Unterstützung des BGLV statt.
Im Rahmen des Dachverbands VGD nahm der Vorsitzende regelmäßig an den Vorstandssitzungen teil. Zudem feierte der VGD in einem Festakt sein 100jähriges Bestehen am 28.09.2013 in Marburg, wo auch mehrere Vertreter des BGLV anwesend waren. Die Festvorträge sind in der Geschichte für heute (gfh) erschienen, der Vortrag des Bundesvorsitzenden Ulrich Bongertmann ist auf der Homepage des VGD (www.geschichtslehrerverband.de) zu lesen.
Weitere Veranstaltungen fanden zu Beginn des Jahres 2014 statt. So kam für den Bezirk Mittelfranken Herr Ilan Katz aus Israel nach Nürnberg und referierte im Melanchthon-Gymnasium vor Schülern und Lehrern zum Nahost-Konflikt (siehe dazu Bericht auf der Homepage des BGLV www.bglv-ev.de).
In München fand am 22.03.2014 ein viel beachtetes Kolloquium zum Thema “Kompetenzen in der Unterrichtspraxis des Fachs Geschichte” im Internationalen Begegnungszentrum statt. Zu den Referenten zählten u. a. Hans-Jürgen Pandel und Peter Gautschi sowie Vertreter der Bildungssteuerung (isb, Ministerium) als auch der Unterrichtspraxis (die Seminarlehrer Sigrid Fehn und Peter Dempf). Es wurde insgesamt sehr deutlich, wie nachhaltig die Kompetenzorientierung die Bildungspolitik insgesamt bestimmt und gleichzeitig, wie problematisch und fragwürdig der Kompetenzbegriff nach wie vor ist. Das Zusammenkommen von Didaktik, Kultusministerium und Praxis zur derzeit wohl wichtigsten bundesdeutschen Bildungsdebatte eröffnete allen Beteiligten weitergehende Perspektiven. Ein gesonderter Bericht im GiB ist in Vorbereitung; um die Publikation der Hauptvorträge sind wir bemüht. Besonderer Dank für die Unterstützung bei der Organisation gilt unserem Vorstandsmitglied Herrn Dr. Lorenz Maier sowie Herrn Prof. Dr. Ulrich Baumgärtner, der auch einen pointierten Eröffnungsvortrag hielt. Danken möchte ich auch Herrn Prof. Dr. Hans-Michael Körner, der den Veranstaltungsort ermöglichte.

Vorstandsaktivitäten/Inhalte

Für die Grundschule wurde soeben der neue LehrplanPlus zugänglich, der in den folgenden Jahren auch für die weiterführenden Schulen veröffentlicht werden wird. Insgesamt ist das Fach Geschichte im Rahmen Heimat- und Sachunterrichts nur wenig konkret vertreten, nichtsdestotrotz kritisiert der BGLV das konstruktivistische Lernmodell, das sich vielerorts aus dem Lehrplan herauslesen lässt und entsprechende Erwartungen an die Weiterentwicklung des LehrplanPlus weckt.

An den Mittelschulen ist das Fach unverändert nur im Rahmen von GSE (mehr oder weniger) vertreten, wohingegen Geschichte an den Realschulen ab JGS 6 eigenständig unterrichtet wird. Der BGLV setzt sich dafür ein, dass Letzteres auch so bleibt. Noch besser wäre natürlich ein Geschichtsunterricht ab Klasse 5, was derzeit aber kaum realistisch erscheint.

An der FOS/BOS stehen die Fächer Geschichte/Sozialkunde weiterhin in einem deutlichen Bezug zueinander, noch mehr als in der gymnasialen Oberstufe. Nach wie vor kritisiert der BGLV hier das Kombifach, insbesondere in der FOS 13, weil hier zumeist entweder ein Geschichts- oder ein Sozialkundelehrer eingesetzt wird. Dies führt unseres Erachtens in der Unterrichtsrealität zu einer Schwerpunktsetzung bzw. einseitigen Lehrplanauslegung, die so nicht akzeptiert werden kann. Auch an FOS/BOS wollen wir wieder stärkere Wissenschaftlichlichkeit im Unterricht erreichen, was aber nur mit wissenschaftlich ausgebildeten Lehrkräften zu machen ist.

Der Vorsitzende des BGLV sowie weitere Vertreter treffen sich weiterhin regelmäßig zu Gesprächen im KM mit Ministarialrat Peter Kammler und dem für Geschichte und Sozialkunde zuständigen Mitarbeiter Martin Pöhner. In einer insgesamt konstruktiven Gesprächsatmosphäre blieben gleichwohl weiterhin strittige Punkte offen. So kritisierte der Verband v. a. die derzeitige Einstellungs- und Ausbildungssituation von Geschichtslehrerinnen und -lehrern an den Gymnasien, die nach wie vor unbefriedigende Doppelfachkonzeption in der in der gymnasialen Oberstufe (ein Terminus, welcher von Seiten des Ministeriums so nicht verwendet wird), sowie die Einstündigkeit der Fächer.

Der BGLV insistiert weiterhin darauf, die Wissenschaftlichkeit (auch im Studium) der Fächer Geschichte und Sozialkunde zu erhalten. Auch die Funktion der Fachbetreuung sollte auf dem derzeitigen (vertieft studierten wissenschaftlichen) Niveau unbedingt beibehalten werden. Zusammenlegungen von mehreren Fächern zu einer (dann teilweise) fachfremden Respizienz heben das Alleinstellungsmerkmal des bayerischen Gymnasiums auf und sind per se (nicht nur inhaltlich) zu hinterfragen. Wir betonen im Hinblick auf die negative Entwicklung in anderen Bundesländern: Der BGLV betrachtet die Erhaltung der Wissenschaftlichkeit der Fächer Geschichte und Sozialkunde als ein Kernanliegen.

Das KM bekannte sich zu der gegenwärtigen Konzeption der beiden Fächer in der Oberstufe ebenso wie zur Eigenständigkeit der Fächer und deren wissenschaftlichem Anspruch. Es ist aber nach Auffassung unseres Verbandes zu prüfen, ob die Klausuren in Geschichte und Sozialkunde zeitlich zu entkoppeln sind (evtl. auch als eine „freie Entscheidung“ der jeweiligen Schule). Mithin wird also von uns eine größere Eigenständigkeit der Fächer angestrebt (vgl. hierzu auch Artikel im GiB 10/2013, auf den es viel positive Resonanz und wenig – genauer gesagt eine einzige – negative gab). Die Studienkombination Deutsch/Sozialkunde wird nach wie vor für den Unterrichtsalltag einer Lehrkraft als problematisch angesehen und ist nur bedingt empfehlenswert. Hier ist das Ministerium aufgefordert, zu reagieren.

Indes ist die Versorgung der Gymnasien mit qualifizierten [Fakultas!] Lehrkräften nicht ausreichend. Schulen wollen v. a. aus organisatorischen Gründen Lehrerinnen und Lehrer haben, die sowohl Geschichte als auch Sozialkunde unterrichten können. Hier besteht Nachholbedarf, der dem Ministerium von Seiten der Fachgruppe mehrfach vorgetragen worden ist. Zur Zeit liegt der Unterricht in der Oberstufe allzu oft nicht in einer Hand, was bei den einzigen 1stündigen Fächern in der Oberstufe zu nicht unerheblichen Problemen führt.

Nicht folgenlos ist dies auch für die Ausbildung der Sozialkundelehrer. Im Referendariat melden sich mehr und mehr Geschichsreferendare auch für Sozialkunde an und absolvieren hier noch das Examen, um die Fakultas zu erlangen und somit die Einstellungschancen zu erhöhen. Dies führte zur Einrichtung provisorischer Satellitenseminare, natürlich ohne neue Seminarlehrerstellen. Eine Minderung der Wissenschaftlichkeit in Sozialkunde ist zu befürchten, wenn beispielsweise der Staatskundeseminarlehrer oder Fachbetreuer diese Aufgabe “nebenher” übernimmt.

Ingesamt ist die Situation an den Gymnasien grotesk. Eine Schwemme neuer Anwärter (immer häufiger mit Beifach Sozialkunde) führt vermehrt zum Zweigschuleinsatz von Referendarinnen und Referendaren, jedoch nicht zur Festeinstellung von hochqualifizierten Lehrerinnen und Lehrern mit Einserexamen, die die Gymnasien eigentlich brauchen könnten. Diese lässt man in andere Bundesländer abwandern. Der BGLV fordert hier einen Einstellungskorridor.

Der bundesdeutsche Vergleich zeigt, wie heterogen die Fächer Geschichte und Sozialkunde in den Stundentafeln verankert sind. Einerseits gibt es zahlreiche Bundesländer, in denen die Vergemeinschaftung der Fächer zu einem Fachbereich Gemeinschaftskunde mit weiteren gesellschaftswissenschaftlichen Fächern bereits Realität ist, andererseits gibt es auch Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt, in denen Geschichte in der Oberstufe verpflichtend 4stündig [!] bis zum Abitur unterrichtet wird. Ein klareres Bekenntnis zu unseren Fächern (Abschaffung der Einstündigkeit) in Bayern muss daher das Ziel des BGLV für die nächsten Jahre sein. Über den Dachverband VGD wird zudem versucht, Einfluss auf die stärkere Eigenständigkeit der Fächer zu nehmen, die im Hinblick auf eine zunehmende bundesdeutsche Vergleichbarkeit nicht verloren gehen darf.

Ausblick

Leider gelang es uns nicht, eine Sektion auf dem nächsten Historikertag im September 2014 zum Thema Archäologie und Schule unter der Federführung von Isabella Engelien-Schmidt ausrichten. Zwar wurde die Veranstaltung vom VGD unterstützt, jedoch fand sich im Historikerausschuss dafür keine Mehrheit. Die – nennen wir es – fachliche Begründung des Ausschussvorsitzenden ist inhaltlich in unseren Augen kaum nachvollziehbar, formal aber zu akzeptieren. Eine ursprünglich angedachte Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte wird daher schwierig, wir sind jedoch dabei andere Wege auszuloten und nach wie vor den Stellenwert der Archäologie für die Schule zu verteidigen.

Erfolgreich waren wir in Kooperation mit der LMU München bei unserem erwähnten Kompetenz-Kolloquium, eine Veranstaltung, die nach einer Wiederholung verlangt. Nach wie vor besteht indes ein Vakuum im Bereich der Sozialkunde, dem wir uns gern annehmen wollen, d. h. zur selben Thematik eine Veranstaltung mit der Politikdidaktik durchführen.
Eine weitere Idee wäre eine Fortbildung, welche sich vorwiegend an Deutsch-Geschichtslehrer richten würde, weil sie die narrative Kompetenz ins Zentrum der Betrachtung stellt. Dies könnte möglicherweise 2015 in Nürnberg stattfinden. Hierfür müssten allerdings noch Kooperationspartner gefunden werden.
Die Kontaktstudien sollen im Herbst 2014 auf jeden Fall fortgeführt werden, auch wenn das in München wegen der Vakanz des Didaktiklehrstuhls z. Zt. schwierig erscheinen mag. Die stellvertretende Landesvorsitzende Alfrun Gebauer-Hiller ist hier die geeignete Ansprechpartnerin. Ein in Kürze stattfindendes gemeinsames Treffen zwischen Frau Gebauer-Hiller und mir sowie dem Vorsteher des historischen Instituts Prof. Dr. Arndt Brendecke und weiteren Historikern bringt hoffentlich Klarheit, wie es im Herbst weitergeht.

Es bewährt sich derzeit wieder einmal unsere Kooperation mit dem Bayerischen Philologenverband. Als Vorsitzender der Landesfachgruppe nimmt der Vorsitzende des BGLV an allen Sitzungen des Bildungsbeirats des bpv teil, der derzeit am G9-Konzept arbeitet, zu welchem Max Schmidt in der vergangenen Woche Eckpunkte der Öffentlichkeit vorstellte. Seitdem die SZ Mitte Februar von einem möglichen Umdenken beim Ministerpräsidenten in Bezug auf das G8 berichtet hatte, gab es zahlreiche Anfragen an mich – in Bezug auf den Stellenwert der Geschichte im Rahmen dieses Konzepts.

Ebenso hoffen wir auf einen fruchtbaren Austausch bei einem für Mai anberaumten Gesprächstermin mit Staatssekretär Eisenreich, dem wir einige unserer Perspektiven, insbesondere in Bezug auf das Gymnasium, verdeutlichen wollen und an den wir natürlich entsprechende Fragen richten wollen.
Schließlich ist eine Neuauflage unserer Werbematerialien in Arbeit, von der wir uns wiederum neue Mitglieder erhoffen. Machen Sie aber bitte in persönlichen Gesprächen weiterhin Werbung für unseren Fachverband. Ansprechend gestaltete Prospekte sind sicherlich ein guter Weg, aber nur im persönlichen Gespräch überzeugen wir die Menschen von der Bedeutung unserer Arbeit. Ebenfalls überarbeiten wir im Laufe des Jahres die Homepage, die aber weitgehend ihr derzeitiges Erscheinungsbild behalten soll.

Bitte fassen Sie bereits unsere Mitgliederversammlung für Samstag, den 26.07.2014, ins Auge, falls Sie daran teilnehmen wollen.

Jederzeit bin ich für Rückfragen erreichbar unter dd.denninger@gmail.com

gez. David Denninger
Der Landesvorsitzende

Aktuelle Informationen für Fachkollegen mit Geschichte / Sozialkunde

Rundbrief Nr. 2 vom 26.02.2013

Länderbericht Bayern [24 KB]
zur Vorlage beim Dachverband (HV -Sitzung Hannover, 02./03.03.2013)

Rundbrief Nr. 1 vom 01.09.2012

Schuljahresbeginn 2012/13 [15 KB]